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Young People
All at Once
Young People sehen auf den Fotos gar nicht so jung aus. Das Trio aus Los Angelos hat entweder einen Fotografen mit merkwürdigen Vorlieben oder sie befinden sich wirklich in den späten Dreißigern. Stichhaltige Angaben zu ihrem Alter konnte ich in meiner zugegebenermaßen etwas oberflächlichen Recherche nicht finden. Darum geht es auch nicht. Die Young People hören sich anders an, als das sehr hippe Ergbebnis von 400.000 Google-Einträgen vermuten lässt (Der Begriff "Sex" schafft nur 30.000 mehr, was jedoch nicht 86 Millionen-Einträge zum Begriff "Porn" schlagen kann. Man fragt sich manchmal ja schon, was aus dem Internet wird). Das sind ziemlich erwachsene, selbstsichere Klänge, die man auf diesem dritten Album zu hören bekommt. Beim ersten Mal hatte mich die sehr düstere Grundstimmung ziemlich abgeschreckt. Aber spätestens nach dem zweiten Hören zerfällt die düstere Grundstimmung in viele interessante und auch sehr unterschiedliche Teile. Das sind erstmal die verstörten Texte, die von der unaufdringlichen Lead-Sängerin Kathie in einigen Songs geradezu wie nebenbei präsentiert werden.
"I do not want these flowers to bloom, but the flowers want to bloom".
Die Stimme scheint über der sporadisch eingesetzten Gitarre zu schweben, während im Hintergrund das Schlagzeug den Song trägt. In anderen taucht ein altes Klavier auf, nur ein Song geht in Verwirrung unter, die anderen verstören durch ihre Klarheit. Kathi sagt: "If there's any overwhelming feeling behind Young People, it's gratitude. We try not to waste people's time." An einigen Stellen unglaublich grob, an anderen so fein und genau, haben Young People ihren eigen bezaubernden Sound. Vielleicht ist nicht jeder Track ein Meisterwerk, aber Nr. 1 und Nr. 11 kann man sich gut anhören oder wie jemand in seinem Blog schreibt: Nice for nights at home by yourself. That's right, Sir.
Bewertung: ***
Autor: Konrad Laker
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